Miniprogramme sinnvoll nutzen

Aus EasyLinux 03/2012

Miniprogramme sinnvoll nutzen

© David Mark, 123RF

Plasma-Guide

KDE setzt auf Plasmoiden, um die Arbeit mit der Oberfläche komfortabel zu gestalten. Das sind kleine Hilfsprogramme, die Sie auf dem Desktop verankern und damit ständig zur Verfügung haben. Wir stellen eine Auswahl nützlicher Plasmoiden vor.

Applets, Gadgets, Widgets, Desklets: Die Bezeichnungen sind variantenreich und je nach Betriebssystem mehr oder weniger phantasievoll, doch sie meinen alle das Gleiche. Bei KDE SC 4 heißen Applets auch Plasmoiden oder schlicht Miniprogramme und sind im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen bei Plasma ein zentraler Bestandteil der Benutzerphilosophie.

Was Applets letztlich tun, ist so verschieden und facettenreich wie bei normalen Programmen, obwohl viele Nutzer mit Miniprogrammen vorrangig “Eyecandy”, wie Uhren, digitale Bilderrahmen, Wetterberichte, Mondkalender etc. in Verbindung bringen. Als KDE SC 4 im August 2006 das Licht der Welt erblickte, sorgte dessen revolutionäres Plasma-Konzept auch für Irritation bei den Anwendern, die an Oberflächen wie Windows 95, KDE und Gnome 2 gewohnt waren.

Es ist wichtig, die Begriffe Desktop-Hintergrund und Arbeitsfläche im Sinne der KDE-Philosophie richtig einzuordnen, denn Plasmoiden sind nicht einfach nur irgendwelche Programme, die auf dem Desktop laufen, sondern ein Teil der Oberfläche.

Alles ist ein Applet

KDEs Plasma erlaubt die Nutzung ganz unterschiedlicher Geräte; wir gehen in diesem Artikel nur auf Plasma Desktop für normale PCs ein, nicht auf die Tablet-Variante (Plasma Active) oder die Netbook-Version.

Bei der Einführung von KDE 4 gab es unterschiedliche Vorstellungen zum Thema Datei- und Programm-Verknüpfungen auf dem Desktop. Traditionelle Desktops wie KDE 3.x und Windows 95 stellen Dateien, die in einem speziellen Desktop-Ordner der Festplatte liegen, in Form frei platzierbarer Desktop-Symbole dar, sind also klassische Verknüpfungen. Eine solche Funktionalität wurde von den KDE-4-Entwicklern allerdings wegen schlechter Erfahrungen mit unübersichtlichen Desktops anderer Betriebssysteme gar nicht mehr vorgesehen bzw. mit KDE 4.1 ersatzlos gestrichen, ab KDE 4.2 aber zunächst übergangsweise und später über die Funktion Ordner-Ansicht wieder eingeführt.

Dazu muss man wissen, dass bei Plasma die gesamte Oberfläche aus Applets besteht. Die Position der Applets auf der Oberfläche wird durch spezielle übergeordnete Applets, die bei KDE SC4 “Containments” heißen, bestimmt. So können Applets etwa auf dem Desktop-Hintergrund frei schweben und dabei eine beliebige vom Benutzer einstellbare Größe haben. Platzieren Sie ein Applet dagegen in der Kontrollleiste, ist es in der Höhe eingeschränkt. Unter KDE passen daher die meisten Applets Ihre Form dem äußeren Formfaktor an. So zeigt z. B. das KickOff-Applet für das Startmenü auf dem Desktop stets das vollständige Startmenü, während es sich in der Kontrollleiste auf das K-Symbol reduziert, das Sie zuerst anklicken müssen.

KDE Plasma trennt zudem strikt zwischen Darstellung und Daten. Im Normalfall kümmert sich ein Applet ausschließlich um das Darstellen von Daten, während das Beschaffen und Aufbereiten von Daten die zuständige Data-Engine übernimmt. Weitere Informationen zu Plasma und Applets, vor allem technischer Natur, finden Sie in der KDE Userbase [1].

Plasmoiden installieren

Sie können jedes KDE-Miniprogramm wahlweise auf dem Desktop oder in der Kontrollleiste platzieren: Die Dialoge für die Applet-Auswahl sind identisch. Wie beschrieben, unterscheiden sich Größe und Erscheinungsbild eines Applets in Abhängigkeit davon, wo Sie es unterbringen.

  • Um ein Applet auf den Desktop zu bringen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen aus dem sich öffnenden Kontextmenü den Eintrag Miniprogramm hinzufügen.
  • Soll das Applet in die Kontrollleiste, klicken Sie ganz rechts (sofern Sie eine waagerechte Kontrollleiste am unteren Bildschirmrand nutzen) auf das Konfigurationssymbol der Kontrollleiste und dann im aufklappenden Dialog auf Miniprogramme hinzufügen.

Was die Herkunft und Verfügbarkeit von Miniprogrammen angeht, könnte man unterscheiden zwischen

  • Applets, die standardmäßig installiert und aktiviert sind (z. B. die Geräteüberwachung im Systemabschnitt der Kontrollleiste),
  • den installierten aber nicht aktivierten Plasmoiden aus den Standardpaketquellen,
  • den mitgelieferten und installierbaren Miniprogrammen (in der Paketverwaltung meist am Präfix plasma-widget… zu erkennen)
  • und schließlich denjenigen Applets, die Sie direkt aus dem Miniprogramme-Dialog heraus aus dem Internet von kde-look.org holen können.

Plasmo-Basics

Zum Auswählen eines Miniprogramms zeigt KDE am unteren Bildschirmrand eine waagerecht scrollbare, alphabetisch sortierte Liste der verfügbaren Applets mit jeweils einer Vorschau an. Für das Verwenden auf dem Desktop ziehen Sie das ausgewählte Applet mit der Maus aus dem Dialog heraus an die gewünschte Position Ihres Desktops. Position und Größe lassen sich später noch nach Belieben anpassen. Alternativ klicken Sie doppelt auf das ausgewählte Applet.

Beim Einfügen eines Applets in die Kontrollleiste erscheint das dem Miniprogramm zugeordnete Icon (meist eine miniaturisierte Version des eigentlichen Applets, z. B. bei einer Uhr) ganz rechts in der Kontrollleiste. Solange Sie sich noch im Konfigurationsmodus der Kontrollleiste befinden (zu erkennen am nach oben ausgeklappten Einstellungsdialog), können Sie die Position des eben eingefügten, sowie jedes anderen Applets auf der Kontrollleiste, ändern, indem Sie mit der Maus über das Icon fahren. Dann erscheint ein Fadenkreuz, und Sie können das Applet per Drag & Drop verschieben. Ist der Konfigurationsdialog der Kontrollleiste geschlossen, sind die Applets nicht mehr verschiebbar. Entfernen lassen sie sich jederzeit über ihre Kontextmenüs (Rechtsklick). Darüber hinaus können Sie Applets mit dem Kontextmenü auch grundsätzlich vor Veränderungen schützen.

Plasmoiden konfigurieren

Über das Kontextmenü eines in der Kontrollleiste abgelegten Miniprogramms rufen Sie auch den Konfigurationsdialog (Einstellungen für Appletname) auf. Er ist mit dem Einstellungsdialog für die Desktop-Variante identisch, den Sie beim Annähern mit der Maus in der automatisch aufklappenden Werkzeugleiste über das Symbol mit dem Schraubenschlüssel erreichen.

Alle Applets auf dem Desktop verfügen über diese Werkzeugleiste mit vier Symbolen für Skalieren, Drehen, Einstellungen und Schließen in dieser Reihenfolge von oben nach unten oder links nach rechts. Einzig das Ordner-Ansicht-Applet hat in der Toolbar noch ein weiteres Symbol (vor dem Schließen-Icon), mit dessen Hilfe Sie auch direkt den zugeordneten Ordner in Dolphin öffnen können. Der Konfigurationsdialog selbst kann allerdings ja nach Applet unterschiedlich komplex ausfallen (Abbildung 1). Der letzte Eintrag im Konfigurationsdialog lautet aber stets Freigeben, denn seit KDE 4.4 lässt sich jedes Applet durch Ankreuzen der entsprechenden Checkbox auch im Netzwerk freigeben.

Abbildung 1: Wie komplex der Konfigurationsdialog eines Applets ausfällt, hängt vom Applet ab. Den letzten Eintrag "Freigeben" gibt es immer.

Abbildung 1: Wie komplex der Konfigurationsdialog eines Applets ausfällt, hängt vom Applet ab. Den letzten Eintrag “Freigeben” gibt es immer.

Neben den installierten, aktivierten oder nur mitgelieferten Plasmoiden können Sie über den Auswahldialog von Miniprogrammen Nachschub aus dem Internet holen (Abbildung 2). Sie müssen dazu lediglich auf Neue Miniprogramme holen klicken. KDE öffnet dann den Dialog Neue Erweiterungen herunterladen, der auf dem Angebot von KDE-Look [2] basiert. Sie können auch manuell Applets von KDE-Look herunterladen und diese über die Neues Miniprogramm aus lokaler Datei installieren hinzufügen. Das Vorgehen beim automatischen Herunterladen ist weitgehend selbsterklärend. Sortieren Sie die angezeigte Liste mit Hilfe der Checkboxen Neuheit, Bewertung, Häufigste Downloads oder Installiert und klicken Sie dann beim gewünschten Applet auf Installieren. Sie können nacheinander so viele Applets installieren, wie Sie möchten, ohne den Dialog zu verlassen.

Abbildung 2: KDE-Anwender können neue Applets auch direkt im Konfigurationsdialog herunterladen.

Abbildung 2: KDE-Anwender können neue Applets auch direkt im Konfigurationsdialog herunterladen.

Geräteüberwachung

Ein für KDE-Nutzer unverzichtbares Miniprogramm ist die Geräteüberwachung, die allerdings bei KDE immer installiert sein sollte und von vielen Anwendern gar nicht als Applet wahrgenommen wird. Schließen Sie etwa einen externen Datenträger via USB an oder stecken eine SD-Karte in Ihr Notebook, sorgt die Geräteüberwachung dafür, dass KDE fragt, ob Sie z. B. auf dem Datenträger gespeicherte Fotos mit Digikam herunterladen, Musik mit Amarok abspielen oder den Dateimanager Dolphin starten möchten. Ein Icon mit USB-Symbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste meldet sich nicht nur zu Wort, wenn anschlusstechnisch etwas Neues passiert, sondern bietet jederzeit die Möglichkeit, externe Geräte ein- oder auszuhängen. Die Geräteüberwachung ist so leistungsfähig, dass eine ausführliche Betrachtung den Rahmen sprengen würde. Vieles ist aber auch selbsterklärend, daher verweisen wir zu diesem Thema auf einen Linux-Community-Artikel [3] und die Hilfen des KDE-Projektes [4].

Ordner-Ansicht 1

Ein für Einsteiger wichtiges Miniprogramm ist die Ordner-Ansicht. Da bei Plasma alles ein Applet ist und Sie auf der Plasma-Arbeitsfläche nichts anderes als Plasma-Widgets ablegen können (also auch keine Ordner, Dateien oder Programmverknüpfungen), benötigen Sie das Miniprogramm Ordner-Ansicht, wenn Sie Verknüpfungen auf dem Desktop nutzen möchten.

Was zunächst umständlich klingt, entpuppt sich in der Praxis als viel flexibler und eleganter als die Umsetzungen bei klassischen Desktops, denn Sie können nicht nur beliebig viele dieser Ordner-Ansicht-Applets in unterschiedlichen Konfigurationen auf einer Arbeitsfläche platzieren, sondern bei entsprechender Einstellung auch auf jeder virtuellen Arbeitsfläche in einer anderen Konfiguration. Im Übrigen sind bei KDE Hintergrundbilder stets einer (oder allen) virtuellen Arbeitsflächen zugeordnet, unabhängig vom Miniprogramm Ordner-Ansicht mit seinen Verknüpfungen. Und das Beste: Benötigen Sie vorübergehend Platz auf Ihrer Arbeitsfläche, entfernen Sie das Miniprogramm Ordner-Ansicht mitsamt der konfigurierten Verknüpfungen einfach. KDE merkt sich die Konfiguration bis zum nächsten Mal.

Ordner-Ansicht 2

Zwar sind die klassischen Methoden, Programme via Launcher vom Desktop zu starten und Dokumente direkt oder als Verknüpfung auf dem Desktop abzulegen, ein wenig antiquiert – möchten Sie dennoch an alten Gewohnheiten festhalten, installieren Sie das Miniprogramm Ordner-Ansicht. Darüber erhalten Sie Zugriff auf einen Ordner im Dateisystem, standardmäßig den persönlichen Ordner. Sie können aber auch jedes andere Verzeichnis anzeigen lassen.

So bietet das Miniprogramm schnellen Zugriff auf Ihre persönlichen Ordner und Dokumente. Den Ordner bestimmen Sie, indem Sie im Konfigurationsbereich des Applets im Bereich Ort mit Hilfe der Checkboxen wahlweise den persönlichen Ordner verwenden oder bei Ordner auswählen den gewünschten Ordner selbst festlegen. Möchten Sie das Miniprogramm als Programm-Launcher nutzen, wählen Sie im Bereich Ort statt Ort anzeigen die Option Arbeitsflächen-Ordner anzeigen. Fortan können Sie im noch leeren transparenten Applet beliebige Programmverknüpfungen ablegen. Das funktioniert über das Kontextmenü Neu erstellen / Verknüpfung zu Programm oder via Drag & Drop. Hierzu suchen Sie im Suchfeld des Kickoff-Startmenüs nach dem gewünschten Programm (dazu genügt in der Regel die Eingabe der ersten Buchstaben) und ziehen dann das gefundene Programm direkt aus der Trefferliste unterhalb des Suchfeldes in das Miniprogramm Ordner-Ansicht (Arbeitsflächen-Ordner) (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Miniprogramm "Ordner-Ansicht" ist vielseitig einsetzbar, etwa als Programm-Launcher.

Abbildung 3: Das Miniprogramm “Ordner-Ansicht” ist vielseitig einsetzbar, etwa als Programm-Launcher.

Ordner-Ansicht 3

Das Miniprogramm Ordner-Ansicht ist oft schon standardmäßig installiert bzw. aktiviert und zeigt in der Regel den persönlichen Ordner. Möchten Sie stattdessen lieber den Arbeitsflächen-Ordner nutzen, gehen Sie vor, wie oben beschrieben. Die Flexibilität der Lösung gegenüber einem klassischen Desktop zeigt sich unter anderem darin, dass Sie das Miniprogramm auch zweimal oder beliebig oft platzieren können, beispielsweise je einmal mit der Konfiguration Persönlicher Ordner und einmal in der Konfiguration Arbeitsflächen-Ordner. Verwenden Sie virtuelle Arbeitsflächen, hängt es von der Konfiguration unter Systemeinstellungen / Verhalten der Arbeitsfläche / Virtuelle Arbeitsflächen ab, ob das Miniprogramm auf jeder Arbeitsfläche identisch erscheint oder ob Sie es auf jeder Arbeitsfläche individuell konfigurieren und einsetzen können. Sie müssen dazu lediglich die Checkbox Unterschiedliche Miniprogramme für jede Arbeitsfläche aktivieren (Abbildung 4). Vergessen Sie nicht den abschließenden Klick auf Anwenden. Sie können das Miniprogramm Ordner-Ansicht wie jedes andere außerdem in den Einstellungen weiter konfigurieren, etwa im Bereich Anzeige die Größe der Symbole festlegen, Symbole automatisch an einem Gitter ausrichten, die Zeilenzahl des Anzeigerasters wählen oder (sofern gewünscht) Anzeigefilter definieren.

Abbildung 4: KDE erlaubt eine individuelle Bestückung der virtuellen Arbeitsflächen mit anderen Miniprogrammen.

Abbildung 4: KDE erlaubt eine individuelle Bestückung der virtuellen Arbeitsflächen mit anderen Miniprogrammen.

K-Menü traditionell

Nutzer, die schon viele Jahre mit dem KDE-Startmenü von KDE 3.x gearbeitet haben, werden möglicherweise das KickOff-Startmenü von KDE4 nicht mögen, auch wenn es deutlich leistungsfähiger und zeitgemäßer ist. Kein Problem, denn das alte KDE-3-Startmenü steht wie KickOff als Miniprogramm zur Verfügung, und Sie können es anstelle von KickOff oder zusätzlich in der Kontrollleiste oder auf dem Plasma-Desktop platzieren und dann wie im klassischen Windows-Startmenü durch das Angebot vorhandener Anwendungen navigieren (Abbildung 5).

Abbildung 5: Auch das klassische KDE-Menü von KDE 3 steht unter KDE 4 als Miniprogramm zur Verfügung.

Abbildung 5: Auch das klassische KDE-Menü von KDE 3 steht unter KDE 4 als Miniprogramm zur Verfügung.

Systemmonitor

KDE bietet eine Reihe nützlicher Tools zur Systemüberwachung, darunter auch einige Miniprogramme wie etwa Hardwareinformationen, Hardwaretemperatur, Festplattenstatus usw. Möchten Sie Ihre Kontrollleiste nicht mit einem Dutzend der nützlichen kleinen Helfer überfrachten, installieren Sie das Miniprogramm Systemmonitor, das einen Großteil der vorher genannten Werkzeuge unter einer gemeinsamen Oberfläche vereint, namentlich Prozessorüberwachunng, Festplattenstatus, Hardwareinformationen, Netzwerküberwachung, Speicherstatus und Hardwaretemperatur(Abbildung 6).

Abbildung 6: Das Applet "Hardwareinformationen" vereint mehrere Diagnose- und Info Tools.

Abbildung 6: Das Applet “Hardwareinformationen” vereint mehrere Diagnose- und Info Tools.

Was gibt’s neues?

Moderne Betriebssysteme und Desktops bietet zahllose Möglichkeiten, RSS-Feeds einzubinden, etwa als Browser-Plug-in oder als News-Konto im E-Mail-Client Ihrer Wahl. Kontact verwaltet zum Beispiel auch News-Feeds.

Während die früher sehr populäre Browser-Methode zur News-Verwaltung angesichts eines Überangebots an Browser-Plug-ins zunehmend an Übersichtlichkeit verliert, ist die vom KDE-Miniprogramm News gebotene Möglichkeit der News-Verwaltung etwa in der Kontrollleiste platzsparend und gerät trotzdem nicht aus dem Blickfeld. Das Aktualisierungsintervall legen Sie in den Miniprogramm-Einstellungen unter Allgemein fest, während Sie die einzelnen Nachrichtenquellen im gleichnamigen Bereich konfigurieren; voreingestellt ist http://www.kde.org/dotkdeorg.rdf. Klicken Sie nach dem Eintragen der Feed-Adresse auf Nachrichtenquelle hinzufügen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Das News-Miniprogramm bietet eine platzsparende Möglichkeit zum Verwalten von News-Feeds.

Abbildung 7: Das News-Miniprogramm bietet eine platzsparende Möglichkeit zum Verwalten von News-Feeds.

Facebook

Das Facebook-Miniprogramm ist für den einen oder anderen Facebook-Nutzer interessant. Es gehört nicht zum Standard-Installationsumfang; Sie müssen es also mit Neues Miniprogramm holen aus dem Netz laden. Aufgrund der Größe und Informationsfülle eignet es sich nicht so sehr für die Kontrollleiste, sondern eher für den Desktop. Das Miniprogramm ist nicht konfigurierbar; Sie können lediglich die Größe nach Belieben einstellen. Das Tool zeigt im Wesentlichen die Facebook-Webseite im Plasmoiden-Fenster an (Abbildung 8).

Abbildung 8: Die Facebook-Webseite ist auch als Plasmoid verfügbar.

Abbildung 8: Die Facebook-Webseite ist auch als Plasmoid verfügbar.

Google-Miniprogramm

Verwalten Sie Ihre Termine mit dem Google-Kalender, können Sie nach dem Miniprogramm Google Calendar suchen: Es bietet Zugriff auf die aktuellen Termine oder zeigt wahlweise Googles Kalenderwebseite an. Es gibt noch viele weitere Frontends für Webdienste, z. B. für Remember the milk.

Rechtschreibprüfung

Das kleine Plasmoid Rechtschreibprüfung ist recht nützlich, wenn Sie mit einem Editor arbeiten, der keine eingebaute Rechtschreibprüfung hat, etwa in einem CMS-System oder einem einfachen E-Mail-Programm. Mit einem direkten Klick auf das ABC-Symbol des Miniprogramms öffnet sich ein Editor-Fenster, das Sie mit der Maus nach Bedarf skalieren können. Dessen Position lässt sich nicht direkt verändern, denn obwohl es scheinbar vom eigentlichen Widget mit seinem Einstellungsmenü losgelöst ist, erscheint und verschwindet es per Klick auf das Applet stets oberhalb von diesem. Sie bestimmen also die exakte Position des Editors indirekt über die Position des Applets. Verwenden Sie das Miniprogramm in der Kontrollleiste, klebt das Editor-Fenster zwangsläufig direkt darauf; verändern können Sie dann nur die horizontale Position des Applets auf der Kontrollleiste.

Da das Tool für die Zusammenarbeit mit der Zwischenablage gedacht ist, gestaltet sich der Ablauf wie folgt: kopieren Sie den zu prüfenden Text via [Strg]+[C] in die Zwischenablage und klicken dann auf das Widget, öffnet sich das Editor-Fenster mit dem zu prüfenden Text. Nach dem Korrigieren kopieren Sie ihn via Copy & Paste zurück in die Zwischenablage und dann mit [Strg]+[V] in die eigentliche Anwendung. Wahlweise können Sie auch erst auf das Applet klicken und den zu prüfenden Text nach dem Markieren via Drag & Drop in das noch leere Editor-Fenster ziehen.

Klicken Sie im Editor rechts neben der Sprachauswahl auf das kleine ABC-Symbol, erscheint der Dialog für die Rechtschreibprüfung (Abbildung 9). Diese basiert auf dem KDE-Tool Sonnet, das wiederum den Kommandozeilen-Spell-Checker aspell verwendet.

Abbildung 9: Das Miniprogramm Rechtschreibprüfung basiert auf Sonnet und funktioniert direkt via Zwischenablage.

Abbildung 9: Das Miniprogramm Rechtschreibprüfung basiert auf Sonnet und funktioniert direkt via Zwischenablage.

Regal einrichten

KDE bietet oft mehrere Möglichkeiten, ein und dasselbe zu tun, das gilt auch für die Organisation Ihrer Informationen und Ressourcen. Beispiele dafür sind das Starten von Programmen und der Zugriff auf externe Datenträger. Programme lassen sich wahlweise mit dem zugehörigen Eintrag im KickOff-Startmenü, über das Suchfeld im Startmenü, über Verknüpfungen im Miniprogramm Ordneransicht / Arbeitsfläche oder über den Dolphin-KIO-Slave programs:/ lokalisieren und starten. Wer es ganz klassisch mag, könnte auch im Dateimanager explizit zum physischen Speicherort des Programms, etwa /usr/bin/, /usr/local/bin/, /usr/sbin/ usw. navigieren und das zugehörige Programm oder Script anklicken – ganz wie in alten Zeiten. Mesit wird so etwas niemand tun, denn KDE wurde ja gerade dafür konstruiert, solche Details vor dem Anwender zu verbergen.

Ähnliches gilt für den Zugriff auf externe Ressourcen. So können Sie etwa mit [F9] die Seitenleiste Orte im Dateimanager Dolphin einblenden, im Miniprogramm Ordneransicht bei Ort anzeigen das gewünschte Gerät auswählen oder im KickOff-Startmenü auf Rechner klicken. Das Miniprogramm Regal ist dafür gedacht, Info-Widgets wie Orte, Geräte, Systemwerkzeuge, Dokumente usw. in einem gemeinsamen Regal zu stapeln und damit an einem Ort gebündelt zur Verfügung zu stellen.

Beim ersten Start ist das Regal noch leer. Klicken Sie auf Einrichten, öffnet sich der Konfigurationsdialog. Wenn Sie dann in der ersten Rubrik Inhalt auf Add klicken, können Sie die verfügbaren Plasma-Info-Objekte hinzufügen, etwa Ort. Alle weiteren hinzugefügten Objekte werden mit einem Klick auf Anwenden darunter gestapelt. Sie können auch den Zugriff auf Systemwerkzeuge, ungelesene Nachrichten oder Online-Kontakte im Regal organisieren.

Abbildung 10: Das praktische Applet "Regal" ordnet den Desktop und den Informationswust.

Abbildung 10: Das praktische Applet “Regal” ordnet den Desktop und den Informationswust.

Notizen

Das Miniprogramms Notizen verbannt die kleinen gelben Klebezettel von Ihrem physischen Schreibtisch und packt sie in digitaler Form auf den Plasma-Desktop. Das Tools ist nicht identisch mit dem leistungsfähigeren knotes, erfüllt aber seinen Zweck und sieht darüber hinaus besser aus, weil die Klebezettel mit Ihrem Flatterrand im 3-D-Look echter wirken. Doch das ist nur Kosmetik. Lassen Sie sich nicht davon verwirren, dass sich knotes beim Start aus dem KickOff-Menü in den Systemabschnitt der Kontrollleiste einklinkt, während Sie das Miniprogramm Notizen wie üblich wahlweise in der Kontrollleiste oder auf dem Desktop platzieren können. Interessant an Notizen ist, dass Sie mit einem Klick auf das Schriftsymbol links unten auf dem Klebezettel diverse Formatier-Optionen einblenden können. Außerdem können Sie in den Einstellungen des Widgets die Rechtschreibprüfung aktivieren (Abbildung 11).

Abbildung 11: Das Applet "Notizen" verziert den Desktop mit optisch ansprechenden Klebezettel.

Abbildung 11: Das Applet “Notizen” verziert den Desktop mit optisch ansprechenden Klebezettel.

Fazit

Der Kreativität der Plasmoid-Entwickler sind keine Grenzen gesetzt, von Spaßmachern, über Spiele, optischen Schnickschnack für den Desktop, Info-Programme und Mediaplayer bis zu leistungsfähigen Anwendungen ist alles dabei. Während die Minis aber bei anderen Betriebssystemen als mehr oder weniger nützliches Beiwerk fungieren, spielen sie bei KDE eine wichtige Rolle und sind integraler Bestandteil der Systemarchitektur von Plasma. KDE-Plasmoiden können Daten visualisieren, die eine der zuständigen Data-Engines des KDE-Frameworks liefert. Dabei bietet der Fundus mitgelieferter Applets elementare Dinge wie die Geräteüberwachung oder die Ordner-Ansicht. Besonders elegant ist aber bei KDE das Herunterladen neuer Applets direkt aus dem Netz gelöst. Hier lohnt sich ein regelmäßiges Vorbeischauen. Sie sollten aber bedenken, dass der exzessive Einsatz von Plasmoiden ein zeitgemäßes Hardware-Fundament erfordert, aber das gilt für KDE 4 ohnehin.

Infos

[1] Plasmoiden-Info-Seite: http://userbase.kde.org/Plasma/Plasmoids

[2] Weitere Plasmoiden: http://kde-look.org/?xcontentmode=70

[3] Marcel Hilzinger: “KDE-Geräteüberwachung”, https://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Die-Geraeteueberwachung

[4] Grundlagen der Geräteüberwachung: http://userbase.kde.org/Plasma/DeviceNotifier

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