System sichern und wiederherstellen mit Systemback

Aus LinuxUser 02/2015

System sichern und wiederherstellen mit Systemback

© damedeeso, 123RF

Schnappschuss

Systemback sichert oder klont auf Knopfdruck das komplette laufende System und stellt es bei Bedarf wieder her.

Windows bietet die äußerst nützlichen Wiederherstellungspunkte. Dabei sichert das Betriebssystem auf Knopfdruck den aktuellen Zustand des kompletten Systems. Später kann man diese Sicherung wiederherstellen und somit zum alten Zustand zurückkehren. Das kommt besonders dann gelegen, wenn eine neu installierte Software Amok läuft oder man versehentlich die Konfiguration auf den Kopf gestellt hat. Unter Linux fehlte eine entsprechende Funktion bislang. Um das System zu sichern, musste man entweder ein Backup-Programm bemühen oder aber umständlich aus einem Live-System wie Clonezilla [1] die komplette Partition sichern.

Genau das ändert das noch recht junge Werkzeug Systemback: Es sichert auf Knopfdruck das laufende System und stellt es bei Bedarf wieder her. Zusätzlich bietet Systemback die Möglichkeit, das aktuelle System oder eine der Sicherungen auf einen anderen Datenträger zu kopieren – besonders nützlich, wenn Sie mit dem System auf einen neuen Computer wechseln möchten.

Als Bonus erstellt Systemback auf dem Rechner ein Live-System, das sich auf einen USB-Stick oder eine DVD schreiben lässt. Abschließend übernimmt das Tool auch noch die Aktualisierung und versucht ein defektes System zu reparieren. Es gibt allerdings einen kleinen Wermutstropfen: Systemback läuft derzeit ausschließlich unter Debian “Jessie” sowie auf Ubuntu und dessen Derivaten, wie etwa Linux Mint 17.

WARNUNG

Probieren Sie das Sichern und Wiederherstellen mit Systemback zunächst auf einem Testsystem aus. Im Fall der Fälle wissen Sie dann, welche Schritte Sie vornehmen müssen. Verlag und Autor übernehmen keine Haftung für eine Fehlbedienung oder Softwarefehler.

Startrampe

Wie Sie Systemback installieren, hängt von der verwendeten Distribution ab. Läuft auf Ihrem Rechner Ubuntu oder eine darauf basierende Distribution, binden Sie lediglich ein PPA ein und spielen daraus dann das Paket systemback ein (Listing 1).

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:nemh/systemback
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install systemback

Unter Debian “Jessie” laden Sie von Sourceforge [2] die aktuelle Version von Systemback herunter. Achten Sie dabei darauf, das Systemback Install Pack zu erwischen, das Sourceforge standardmäßig zum Herunterladen anbieten sollte. Entpacken Sie das erhaltene Archiv auf die Festplatte und starten Sie dann als Benutzer root das Skript install.sh, das durch die Installation der Software führt.

Systemback starten Sie entweder über das Dash beziehungsweise Startmenü oder indem Sie im Terminal den Bandwurmbefehl aus Listing 2 aufrufen. Um seine Arbeit erledigen zu können, fordert Systemback beim Start Systemverwalter- beziehungsweise Root-Rechte an. Danach erscheint das Hauptfenster aus Abbildung 1.

Listing 2

$ /usr/lib/systemback/sbsustart systemback

Abbildung 1: Die Benutzeroberfläche von Systemback spricht derzeit ausschließlich Englisch.

Abbildung 1: Die Benutzeroberfläche von Systemback spricht derzeit ausschließlich Englisch.

Lagerhaus

Standardmäßig speichert Systemback alle Sicherungen im Verzeichnis /home. Um das zu ändern, klicken Sie rechts oben im Eingabefeld Storage Directory auf die drei Punkte rechts neben /home. Die mit einem roten X markierten Verzeichnisse kann Systemback nicht nutzen.

Im ausgewählten Verzeichnis erstellt Systemback später das Verzeichnis Systemback, in dem dann wiederum die einzelnen Sicherungen landen. Aus diesem Grund muss dieses Verzeichnis mindestens doppelt so viel Speicherplatz bereitstellen wie das System derzeit belegt. Den entsprechenden Wert verrät beispielsweise das Kommandozeilentool df -h in der Spalte Benutzt.

Systemback sichert lediglich das System sowie die Konfigurationsdateien aus den Benutzerverzeichnissen. Um Daten und Dokumente müssen Sie sich folglich selbst kümmern. Unter Konfigurationsdateien versteht Systemback alle Dateien und Unterverzeichnisse, die mit einem Punkt beginnen, wie etwa .config.

Sie können gezielt eine oder alle Konfigurationsdateien von der Sicherung ausschließen, indem Sie im Hauptfenster auf Exclude klicken. Im neuen Fenster wählen Sie jetzt in der Liste auf der linken Seite die Datei beziehungsweise das Verzeichnis an, das nicht in den Sicherungen landen soll. Klicken Sie dann auf den nach rechts gerichteten Pfeil (Abbildung 2). Versehentlich ausgeschlossene Einträge entfernen Sie über den Pfeil nach links wieder aus der Auswahl. Mit Back kehren Sie zum Hauptfenster zurück.

Abbildung 2: Hier würde Systemback das Verzeichnis <code srcset=

.cache von der Sicherung ausschließen.” width=”300″ height=”200″ /> Abbildung 2: Hier würde Systemback das Verzeichnis .cache von der Sicherung ausschließen.

Bitte recht freundlich

Um eine neue Sicherung zu erstellen, klicken Sie auf Create New. Je nach Umfang des Systems dauert der Vorgang eine ganze Weile. Ein frisch installiertes Ubuntu 14.10 sicherte Systemback in rund 10 Minuten. Anschließend erscheint im Hauptfenster auf der linken Seite in einem der Eingabefelder ein neuer Eintrag. Systemback benennt die Sicherung nach dem aktuellen Datum. Zum Umbenennen tippen Sie einfach auf das Feld, geben einen aussagekräftigen Namen ein und speichern die Änderung mit Rename ab.

Bei nachfolgenden Sicherungen speichert Systemback dann nur noch die neu hinzugekommenen und geänderten Dateien (siehe auch Kasten “Hinter den Kulissen”). Diese inkrementellen Backups bieten den Vorteil, dass sie weniger Festplattenplatz in Anspruch nehmen. Eine defekte Sicherung führt jedoch dazu, dass sich auch alle nachfolgenden Backups nicht wiederherstellen lassen. Aus diesem Grund sollten Sie im gewählten Storage Directory grundsätzlich niemals per Hand einfach Verzeichnisse löschen oder Änderungen vornehmen.

Hinter den Kulissen

Für jede Sicherung erstellt Systemback zunächst ein neues Unterverzeichnis im vorgegebenen Storage Directory (standardmäßig /home/Systemback). Der Name des Verzeichnisses beginnt mit einem S und einer fortlaufenden Zahl. Es folgen das Erstellungsdatum und die Uhrzeit des Backups. Im Unterverzeichnis S02_2014-12-22,17.41.46 finden Sie folglich die zweite Sicherung (S02), die Systemback am 22. Dezember 2014 um 17:41 Uhr erstellt hat. Die Verzeichnisnamen von hervorgehobenen Sicherungen (“highlighted restore points”) beginnen immer mit einem H. Wenn Sie die Sicherung im Hauptfenster umbenennen, ändert sich auch der Verzeichnisname.

Beim Erstellen des ersten Backups kopiert Systemback einfach alle Dateien des Systems ins entsprechende Verzeichnis (S01_...). Beim nächsten Backup sichert Systemback im entsprechenden Verzeichnis (S02_...) nur noch die zwischenzeitlich geänderten oder neu hinzugekommenen Dateien. Für alle unveränderten Dateien erstellt es lediglich Verweise in Form sogenannter Hardlinks [3] auf die entsprechenden Pendants im ersten Backup. Wenn Sie mit einem Dateimanager die Verzeichnisse mit den Sicherungen einsehen, scheint deshalb in jedem Verzeichnis eine komplette Kopie des Systems zu liegen.

Systemback verwaltet bis zu zehn Sicherungen des Systems. Sollten in der Spalte Restore Points alle Einträge belegt sein, müssen Sie eines oder mehrere der Backups löschen. Dazu setzen Sie einen Haken in das Kästchen rechts neben den zu löschenden Sicherungen (Abbildung 3) und klicken auf Delete. Alle nachfolgenden Sicherungen rutschen dann einen Platz nach oben.

Abbildung 3: Hier würde ein Mausklick auf <code srcset=

Delete die dritte Sicherung von oben löschen.” width=”300″ height=”200″ /> Abbildung 3: Hier würde ein Mausklick auf Delete die dritte Sicherung von oben löschen.

Neben diesem Verfahren gibt es noch eine zweite Möglichkeit, Platz zu schaffen: Klicken Sie links neben einer Sicherung auf den Punkt, hebt Systemback diese und alle neueren Sicherungen rot hervor (Abbildung 4). Sobald Sie auf Create new klicken, löscht Systemback die derart markierten Sicherungen und erstellt direkt eine neue. Vergessen Sie anschließend nicht, das nächste freie Feld auf der linken Seite anzuwählen: Andernfalls würde der nächste Klick auf Create New die aktuelle Sicherung überschreiben.

Abbildung 4: Ein Klick auf <code srcset=

Create new löscht die rot markierten Sicherungen und startet ein neues Backup.” width=”300″ height=”200″ /> Abbildung 4: Ein Klick auf Create new löscht die rot markierten Sicherungen und startet ein neues Backup.

Besonders wichtige Sicherungen heben Sie gesondert hervor. Dazu setzen Sie einen Haken in das Kästchen rechts neben der Sicherung und klicken auf Highlight. Damit wandert die Sicherung in die mittlere Spalte. Die dort gesammelten Backups bezeichnet Systemback als Highlighted restore points. Sie lassen sich nicht mehr (versehentlich) überschreiben, wohl aber via Delete löschen. Eine so geadelte Sicherung lässt sich nicht wieder zu einer normalen Sicherung degradieren – überlegen Sie sich folglich den Klick auf Highlight gut.

Rückwärtsgang

Um eine Sicherung wiederherzustellen, setzen Sie rechts neben dem entsprechenden Feld einen Haken. Achten Sie darauf, auf diese Weise wirklich nur ein Eingabefeld zu markieren. Mit System restore starten Sie die Wiederherstellung. Systemback erkundigt sich daraufhin mit dem Fenster aus Abbildung 5, welche Daten es zurückschreiben soll. Mit Full Restore stellen Sie die komplette Sicherung wieder her.

Abbildung 5: Beim Wiederherstellen einer Sicherung geben Sie vor, was Systemback zurückspielen soll.

Abbildung 5: Beim Wiederherstellen einer Sicherung geben Sie vor, was Systemback zurückspielen soll.

Alternativ spielen Sie mit System file restore nur das System oder mit User(s) configuration files restore nur die Konfigurationsdateien aus den Heimatverzeichnissen zurück. In letzterem Fall müssen Sie in der Ausklappliste einstellen, wessen Konfigurationsdateien Systemback wiederherstellen soll. Bei der Auswahl von Everyone restauriert Systemback die Konfigurationsdateien aller Nutzer in deren Heimatverzeichnissen. Sollten dort bereits neuere Exemplare liegen, überschreibt das Programm sie. Um das gegebenenfalls zu verhindern, wählen Sie die Option Keep newly installed configuration files an.

Systemback prüft standardmäßig, ob der Bootmanager Grub2 defekt ist, und versucht ihn in diesem Fall zu reparieren. Um dies alles zu unterbinden, entfernen Sie den Haken vor Auto detection. Sie können jetzt unter Reinstall GRUB 2 bootloader selbst entscheiden, auf welcher Partition oder Festplatte Systemback den Bootloader installieren soll. Im Fall von Auto überlassen Sie dem Werkzeug die Entscheidung, bei Disabled tastet Systemback den Bootmanager nicht an.

Beim Wiederherstellen des Systems überschreibt Systemback auch die Datei /etc/fstab mit ihrem älteren Pendant aus der Sicherung. Die /etc/fstab verknüpft Partitionen mit deren Einhängepunkten. Sofern Sie dem System seit dem Erstellen der Sicherung weitere Datenträger hinzugefügt haben, sollten Sie die Auto detection abschalten und einen Haken vor Do not restore fstab file setzen. Wählen Sie im Zweifel die vorausgewählten Funktionen: Diese führen in meisten Fällen zum gewünschten Verhalten, der Wiederherstellung des Systems.

Nach einem Klick auf Next sollten Sie sicherstellen, dass keine Anwendungen mehr laufen. Bestätigen Sie dann die Rückfrage mit Start. Systemback stellt jetzt die Sicherung wieder her, was besonders auf älteren Systemen ohne schnelle SSD einige Zeit in Anspruch nimmt. Anschließend starten Sie das System via Reboot neu. Damit befindet sich der Rechner wieder im alten Zustand.

Live is Live

Neben der herkömmlichen Sicherung erstellt Systemback aus dem System auf Wunsch auch ein Live-System, das dann von einer DVD oder einem USB-Stick startet. Dazu klicken Sie im Hauptfenster auf Live system create. Systemback schreibt das System nicht direkt auf einen Stick beziehungsweise eine DVD, sondern erstellt zunächst eine Image-Datei. Deren Bezeichnung geben Sie im Eingabefeld Name vor. Belassen Sie es bei der Vorgabe auto, setzt sich der Dateiname aus systemback_live_ und dem Erstellungsdatum zusammen (Abbildung 6). Den Speicherort bestimmen Sie unter Working directory. Mit Create new starten Sie das Erstellen des Live-Systems.

Abbildung 6: Systemback erzeugt auch Live-Systeme mit Ihren eigenen Einstellungen und Programmen.

Abbildung 6: Systemback erzeugt auch Live-Systeme mit Ihren eigenen Einstellungen und Programmen.

Rechts oben in der Liste finden Sie anschließend einen neuen Eintrag. Er verrät nicht nur den Namen der Image-Datei, sondern auch deren Größe. Der USB-Stick muss folglich mindestens so viel Speicherplatz bereitstellen. Stecken Sie ihn jetzt an den Rechner und klicken Sie auf den gebogenen grünen Pfeil. Links unten in der Liste erscheint daraufhin ein Eintrag für den USB-Stick. Wählen Sie ihn aus und aktivieren Sie dann Write to USB. Systemback schreibt daraufhin das Live-System auf den USB-Stick.

Möchten Sie das Live-System auf eine DVD brennen, müssen Sie das Image erst noch umwandeln. Dazu wählen Sie das Image in der Liste rechts oben an und klicken auf Convert to ISO. Systemback erzeugt jetzt eine ISO-Datei, die es im Working Directory ablegt. Das ISO transferieren Sie dann mit einem beliebigen Brennprogramm auf eine CD oder DVD (Abbildung 7).

Abbildung 7: Das Live-System verhält sich wie die lokale Installation mitsamt bestehender Benutzerkonten.

Abbildung 7: Das Live-System verhält sich wie die lokale Installation mitsamt bestehender Benutzerkonten.

Klonkrieger

Systemback hilft Ihnen auch, wenn Sie das System auf einen neuen Datenträger übertragen möchten. Standardmäßig klont es dabei das aktuell laufende System. Soll eine existierende Sicherung als Ausgangspunkt dienen, dann setzen Sie einen Haken in das Kästchen rechts daneben. In jedem Fall stellen Sie als Nächstes sicher, dass der Zieldatenträger angeschlossen ist. Anschließend klicken Sie im Hauptfenster von Systemback auf System copy.

Nun müssen Sie den Zieldatenträger so partitionieren, wie Sie ihn später nutzen möchten. In der Regel benötigen Sie mindestens eine Partition für das System sowie eine weitere Swap-Partition. Die Partitionierung selbst ist etwas mühsam: !Delete! löscht alle gerade in der Liste markierten und orangefarben hervorgehobenen Partitionen. Diesen Klick sollten Sie sich jedoch gut überlegen, da Systemback die besagten Partitionen ohne Rückfrage entfernt. Ein noch leerer Bereich auf dem Datenträger erscheint in Schrägschrift (kursiv). Wählen Sie ihn mit dem Mauszeiger an, können Sie in ihm rechts neben der Liste eine neue Partition erstellen. Dazu tippen Sie im Eingabefeld die passende Größe ein und klicken auf den grünen Pfeil.

Nach Eingabe der Partitionen müssen Sie diesen jeweils noch einen Mount Point zuweisen. Soll beispielsweise die Partition sdb1 später alle Heimatverzeichnisse aufnehmen, wählen Sie sdb1 aus der Liste und unter Mount Point den Punkt /home. Stellen Sie abschließend unter File System noch das zu verwendende Dateisystem ein. In der Regel passt die Vorgabe ext4. Des Weiteren sollte vor Format ein Haken prangen. Sobald Sie auf den grünen Pfeil klicken, formatiert Systemback die Partition und weist ihr den entsprechenden Einhängepunkt zu. Letzterer erscheint in der Spalte New Mount Point. Der Swap-Partition weisen Sie den Mount PointSWAP zu (Abbildung 8).

Abbildung 8: Systemback kopiert das System auf die Partition <code srcset=

sdb1. sdb2 dient später als Swap-Partition.” width=”300″ height=”180″ /> Abbildung 8: Systemback kopiert das System auf die Partition sdb1. sdb2 dient später als Swap-Partition.

Möchten Sie die Konfigurationsdateien der Benutzer ins geklonte System übernehmen, dann setzen Sie einen Haken vor Copy user data files. Abschließend geben Sie mit Install GRUB 2 bootloader noch vor, wo Systemback den Bootmanager Grub2 ablegen soll. In der Regel können Sie es mit Auto bei der vorgegebenen Einstellung belassen. Sobald alle Daten stimmen, klicken Sie auf Next und bestätigen die Rückfrage mit Start. Systemback kopiert jetzt das System auf den Zieldatenträger, von dem Sie am Ende ihr geklontes System auch wieder starten.

Beim Klonen bleiben die Benutzerkonten des Systems erhalten. Wollen Sie stattdessen lieber neue einrichten, klicken Sie im Hauptfenster auf System install. Systemback fragt jetzt die Daten eines neuen Nutzerkontos sowie das Root-Passwort ab (Abbildung 9). Nach einem Klick auf Next richten Sie wie beschrieben die Festplatte ein. Nach einem weiteren Next kopiert Systemback zwar das System, nicht aber die Benutzerkonten.

Abbildung 9: Dem geklonten System können Sie neue Zugangsdaten für Root und einen neuen Benutzer mitgeben.

Abbildung 9: Dem geklonten System können Sie neue Zugangsdaten für Root und einen neuen Benutzer mitgeben.

Gefährliches Genussmittel

Funktioniert das System eines Tages nicht mehr reibungslos, greifen Sie auf die Systemback-Sicherung zurück. Das funktioniert allerdings bei größeren Schäden nicht immer reibungslos. Sie sollten daher vorher den Datenträger zur Sicherheit vollständig sichern, beispielsweise mit Clonezilla. Zudem versagt Systemback, wenn ein physischer Defekt vorliegt.

Für den Rettungsversuch stecken Sie den Datenträger an den Rechner und wählen im Hauptfenster den Punkt System repair. Ganz oben suchen Sie dann die Partition heraus, die Sie reparieren lassen möchten. Danach müssen Sie sich erinnern, in welchem Verzeichnis die Partition normalerweise eingehängt wird. Liegen auf ihr beispielsweise die Heimatverzeichnisse, wäre dies /home. Vor diesen Verzeichnisnamen hängen Sie dann im Textfeld noch ein /mnt. Im Fall der Home-Partition entsteht so /mnt/home. Mit Mount hängt Systemback daraufhin die Partition ins laufende System ein. Wählen Sie anschließend links, was Systemback reparieren soll, und klicken Sie schließlich auf Next (Abbildung 10).

Abbildung 10: Hier würde Systemback versuchen, die Partition <code srcset=

/dev/sdb1 zu reparieren, auf der das Root-Dateisystem liegt (/mnt).” width=”300″ height=”200″ /> Abbildung 10: Hier würde Systemback versuchen, die Partition /dev/sdb1 zu reparieren, auf der das Root-Dateisystem liegt (/mnt).

Abschließend bietet Systemback noch die Funktion System upgrade an. Sie ruft im Hintergrund einfach nur apt-get dist-upgrade auf und versucht so, das System auf den aktuellen Stand zu bringen. Systemback öffnet dabei ein Terminalfenster, in dem Sie ab und an die Installation von Paketen bestätigen müssen.

Fazit

Systemback versucht die Wiederherstellungspunkte aus Windows nachzubilden. Es eignet sich daher weder als Backup-Programm, noch ersetzt es Image-Tools wie etwa Clonezilla. Zudem sichert es lediglich den Zustand des Betriebssystems, Dokumente bleiben außen vor. Das Werkzeug eignet sich somit vor allem für Anwender, die gern neue Software ausprobieren, oder für Softwareentwickler, die immer wieder zu einem ganz bestimmten Zustand zurückkehren müssen.

Interessant sind die Wiederherstellungspunkte zudem im Zusammenspiel mit der Klonfunktion: Fast auf Knopfdruck duplizieren Sie das laufende System auf einen anderen Datenträger. Die Installationsvariante hilft, wenn Sie etwa in einem Klassenraum eine Reihe von Rechner auf die Schnelle identisch einrichten möchten. 

Infos

[1] Partitionen sichern mit Clonezilla: Tim Schürmann, “Auf Knopfdruck neu”, LU 04/2013, S. 26, https://www.linux-community.de/28406

[2] Systemback auf Sourceforge: http://sourceforge.net/projects/systemback/

[3] Festplatten und Dateisysteme: Martin Schulze, “I-Nodes und Superblöcke”, LU 09/2003, S. 74, https://www.linux-community.de/4142

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3 Kommentare
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jorge
7 Jahre her

Funzt nicht mehr weil ppa:nemh/systemback nicht mehr gefunden wird.

HansHans
4 Jahre her

Funktioniert mit *buntu 20.04:

https://sourceforge.net/projects/systemback-2021/

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