Handy, Tablet, Notebook und PC – die meisten Anwender haben mehr als ein Gerät, mit dem sie mailen, surfen, Kontakte und Kalender verwalten. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Daten eines Android-Systems und eines Linux-PCs automatisch abgleichen.
Mit einem Android-Smartphone und einer SIM-Karte mit Datenflatrate sind Sie auch unterwegs immer online. Um im Verlustfall nicht ohne Mails, Kontakte und Kalender dazustehen, gleichen Sie diese Daten einfach mit dem Linux-PC ab. Ein Verbindungskabel und eine Spezialsoftware brauchen Sie dazu nicht. Benutzen Sie Ihr Handy wie vom Hersteller geplant mit einem Google-Konto, hat es schon alles an Bord, um die elektronische Post, das Adressbuch und den Kalender vollautomatisch mit dem Server des Anbieters abzugleichen – eine Internetverbindung vorausgesetzt. Vom Linux-Desktop aus greifen Sie dann auf die Daten in der Cloud zu. Egal, ob Sie etwas auf dem PC oder auf dem Handy ändern, löschen oder hinzufügen: Das andere Gerät weiß dank der Synchronisierung sofort Bescheid und ist stets auf dem aktuellsten Stand.
Besondere Programme sind auf Linux-Seite wie gesagt nicht erforderlich. Die Personal Information Manager Kontact (KDE) und Evolution (Gnome) kooperieren mit der Google-Cloud, und auch Thunderbird erreicht die Mails, Kontakte und Kalender auf dem Server des Herstellers. Das Google-Konto ist darüber hinaus für den Browser Chrome zuständig und verwaltet Ihre Lesezeichen, Erweiterungen, Designs und Einstellungen. Surfen Sie auf dem Desktop lieber mit Firefox oder Opera, ist das gar kein Problem: Auch diese beiden Browser bieten Möglichkeiten zum Abgleich mit dem Android-Handy.
Im Test trat ein Samsung Galaxy Nexus mit Ice Cream Sandwich (4.2.1) an. Auf Desktopseite zeigten die von EasyLinux unterstützten Distributionen OpenSuse 12.1/12.2 und (K)Ubuntu 12.10 mit den dort jeweils aktuellen Programmversionen, wie gut sie kooperieren.
Vorbereitungen
Überprüfen Sie in den Android-Einstellungen, dass die Synchronisierung für Ihr Google-Konto aktiv ist. Dazu blättern Sie bis zum Eintrag Konten, der alle Apps listet, die automatisch abgleichen können (Abbildung 1). Mit einem Fingertipp auf einen Eintrag erfahren Sie nicht nur, ob der Dienst aktiv ist und wann er das letzte Mal synchronisiert hat, sondern nehmen gegebenenfalls auch Feineinstellungen vor. Tippen Sie Google an, sehen Sie ganz oben den Namen des Accounts, der gleichzeitig Ihre E-Mail-Adresse ist. Darunter, im Bereich Datenschutz, definieren Sie für andere Google-Dienste (Maps & Latitude, Suche, Standorteinstellungen, Google+ und Anzeigen), welche Informationen diese nutzen dürfen.

Abbildung 1: In den Android-Einstellungen finden Sie im Bereich “Konten” sämtliche Apps, die Daten synchronisieren können.
Ist das Symbol mit den beiden Pfeilen neben Ihrem Accountnamen ausgegraut, tippen Sie es an. Dann öffnet sich eine weitere Liste mit den einzelnen Google-Diensten. Per Fingertipp in die Checkbox aktivieren Sie gezielt, was Sie mit den Servern abgleichen möchten. Um die in diesem Artikel vorgestellten Lösungswege nachvollziehen zu können, sollten Sie mindestens Gmail, Kalender und Kontakte anschalten. Nutzen Sie bereits die App Chrome auf Ihrem Handy, taucht diese ebenfalls in der Liste auf und benötigt ein Häkchen.
Elektronische Post
Bevor Sie sich um die Einrichtung eines Mailclients kümmern, sollten Sie in den Gmail-Einstellungen selbst auf IMAP umstellen. So bleiben die Nachrichten auf dem Server des Providers, und Sie greifen von beliebigen Geräten aus darauf zu. Dazu besuchen Sie in einem Webbrowser die Gmail-Seite [1], melden sich an, öffnen über das Zahnradsymbol oben rechts die Einstellungen und klicken dann auf den Link Weiterleitung und POP/IMAP (Abbildung 2). Setzen Sie ein Häkchen bei IMAP aktivieren und bestätigen Sie über Änderungen speichern.

Abbildung 2: Bevor Sie mit KMail, Evolution & Co. ein Gmail-Konto einrichten, aktivieren Sie IMAP auf Serverseite.
In der Voreinstellung ist auf dem Android-Handy die Gmail-App [2] (siehe QR-Code) installiert. Zugangsdaten müssen Sie hier normalerweise nicht von Hand eintragen. Bei der Erstkonfiguration des Handys passiert dieses automatisch, und die App greift auf das Google-Konto zu. Viele Benutzer verwenden auch gerne die App K-9 [3] (siehe QR-Code), die genauso schnell eingerichtet ist. Tragen Sie einfach nach dem ersten Start Ihre Google-Mailadresse ein und tippen Sie auf Weiter, den Rest erledigt die App (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der K-9-Einrichtungsassistent geht bei der Konfiguration zur Hand und erledigt das meiste selbst.
Gmail unter Linux
Egal, für welchen der drei Mailclients Sie sich entscheiden – die Einrichtung ist kein Hexenwerk. Arbeiten Sie gerne unter KDE und nutzen Sie Kontact oder KMail als eigenständiges Programm, hilft Ihnen der Konten-Assistent. Dieser startet automatisch bei der Ersteinrichtung; später finden Sie ihn auch im Menü unter Extras / Postfach-Assistent. Es reicht, die Mailadresse und das Passwort einzutippen und IMAP auszuwählen, den Rest erledigt das Programm (Abbildung 4).
Anschließend empfiehlt es sich, in den Konteneinstellungen die Ordnerstruktur anzupassen (Einstellungen / KMail einrichten, Abteilung Identitäten). Klicken Sie auf das Konto und dann rechts auf Ändern und wechseln Sie zum Reiter Erweitert. Den Ordner für versendete Nachrichten und die Entwürfe bzw. Vorlagen können Sie mit den Gmail-Ordnern gleichsetzen, um doppelte Einträge in KMails Struktur zu vermeiden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Wenn Sie doppelte Mails auf dem PC vermeiden möchten, passen Sie die KMail-Ordnerstruktur so an, dass der Mailclient die Gmail-Mailfolder verwendet.
Ganz ähnlich verläuft die Konfiguration bei Evolution. Auch hier führt ein Assistent durch die Einrichtung und befragt nach dem Eintragen der Google-Zugangsdaten den Server nach den richtigen Einstellungen für ein- und ausgehende Post. Praktisch: Im Dialog befinden sich zwei Checkboxen Add Google Calendar to this account und Add Google Contacts to this account, über die Sie direkt die Kontakte und den Kalender mit Evolution bekanntmachen (Abbildung 6). Das geht aber auch später noch (siehe Abschnitt Kontakte synchronisieren).

Abbildung 6: Evolution bietet direkt bei der Kontenerstellung an, auch die Kontakte und die Kalender mit einzubeziehen.
Achten Sie auch im Gnome-Mailprogramm darauf, dass Sie die Ordnerstruktur anpassen, um doppelte Mails auf dem eigenen Rechner zu vermeiden. Dazu rufen Sie den Menüpunkt Bearbeiten / Einstellungen / E-Mail-Konten auf, wählen Ihr Google-Konto aus, klicken auf Bearbeiten und gehen zu den Vorgaben. Suchen Sie dort oben rechts bei Spezielle Ordner für die Entwürfe und die verschickten Nachrichten jeweils den passenden Gmail-Eintrag aus.
Der dritte Mailclient in diesem Test war Thunderbird. Damit verlief die Einrichtung ebenso problemlos wie bei den KDE- und Gnome-Programmen. Über Datei / Neu / Neue E-Mail-Adresse erhalten starten Sie die Konfiguration, tragen Ihren Namen, die Mailadresse mitsamt Passwort ein und klicken auf Weiter. Der Mozilla-Sprössling erfragt die Serverdaten vom Provider und zeigt im nächsten Dialog automatisch die passenden Gmail-Einstellungen an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Thunderbird befragt die Mozilla-ISP-Datenbank und setzt die Werte für den Google-Account richtig ein.
Kontakte synchronisieren
Die gute Nachricht vorweg: Der automatische Abgleich des Handy-Adressbuchs funktioniert grundsätzlich mit allen drei Programmen. Kontact, Evolution und Thunderbird zeigen sich allerdings unterschiedlich kooperativ, was die eigene Zuordnung in Gruppen betrifft. Diese Kategorien legen Sie selbst fest und sortieren die Adressbucheinträge wahlweise auf dem Handy (Abbildung 8) oder im Browser.

Abbildung 8: Google verwaltet Ihre Kontakte in unterschiedlichen Gruppen. Im Android-Adressbuch finden Sie diese, wenn Sie auf das Symbol oben links tippen.
Damit der Abgleich mit dem KDE-Adressbuch gelingt, installieren Sie zunächst einige Pakete, die in der Voreinstellung fehlen. Unter Ubuntu benötigen Sie akonadi-kde-resource-googledata, unter OpenSuse akonadi-google. Auf beiden Distributionen landet zusätzliche Software als Abhängigkeit zu den Paketen auf dem Rechner.
Klicken Sie in Kontact links auf Kontakte und dann mit rechts in die Spalte Adressbücher. Aus dem Kontextmenü wählen Sie dann Adressbuch hinzufügen. Im folgenden Dialog haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen lokalen Möglichkeiten und Onlinediensten, darunter auch die Google-Kontakte. Fügen Sie über Add den eigenen Account hinzu, tragen Sie die Mailadresse und das Passwort ein und bestätigen Sie über OK. Nicken Sie die Meldungen von Akonadi und KWallet ab, und die Kontakte erscheinen im Adressbuch (Abbildung 9).

Abbildung 9: Das KDE-Programm Kontact synchronisiert das Adressbuch des Handys und zeigt die Google-Kontakte getrennt von den lokalen Einträgen an.
Im Test funktionierte der Abgleich zuverlässig in beide Richtungen. Änderungen in Kontact waren kurze Zeit später auf dem Handy zu sehen, und auch in die andere Richtung klappte der Abgleich nach kurzer Wartezeit. Die Google-Gruppen erkennt das KDE-PIM-Programm jedoch nicht, und auch einige Kontaktbilder landeten nicht auf dem Linux-Rechner.
Bei Evolution haben Sie schon bei der Einrichtung des Gmail-Accounts als Mailkonto die Möglichkeit, die Kontakte abzugleichen. Nachträglich ist das aber auch kein Problem. Dazu klicken Sie auf Kontakte und wählen Neu / Adressbuch. Im folgenden Dialog entscheiden Sie sich bei Art für Google, tragen einen Namen ein und aktivieren optional drei Checkboxen, um die Kontakte automatisch in den Geburtstagskalendern zu nutzen, das Adressbuch zum Standard zu machen und die Autovervollständigung zu aktivieren. Tragen Sie abschließend bei Benutzer die eigene Gmail-Adresse ein und definieren Sie ein Aktualisierungsintervall. Nachdem Sie Ihr Passwort eingegeben haben, erscheinen die Kontakte in einer eigenen Spalte links (Abbildung 10).

Abbildung 10: Evolution überträgt alle Daten aus dem Handy, darunter auch die Kontaktbilder. Zusätzlich dürfen Sie in diesem Programm ein eigenes Aktualisierungsintervall festlegen.
Evolution hatte keine Probleme, auch die Kontaktbilder zu übertragen. Die Einteilung in eigene Gruppen ignoriert allerdings auch das Gnome-Programm.
Kontakte in Thunderbird
Anders als Kontact und Evolution handelt es sich bei Thunderbird um einen reinen Mailclient. Dieser bringt zwar sein eigenes Adressbuch mit, in das Sie auch Ihre Google-Kontakte von Hand übertragen können. Für eine automatische Synchronisation benötigt der Mozilla-Sprössling jedoch ein Add-on, das dann regelmäßig die Google-Server kontaktiert. Zwei Add-ons haben wir getestet: Zindus [4] und Google Contacts [5]. Beide installieren Sie über Extras / Add-ons, indem Sie nach dem Namen suchen. In beiden Fällen verlangt der Mailclient danach nach einem Neustart.
Zindus konfigurieren Sie über Extras / Add-ons und die Schaltfläche Einstellungen. Über die gleichnamige Schaltfläche fügen Sie Ihre Gmail-Adresse hinzu. Im folgenden Dialogfenster setzen Sie oben ein Häkchen bei Synchronisiere mit Google, tragen die Adresse und ein Passwort ein und definieren, welches lokale Adressbuch Sie zum Abgleich verwenden möchten (Abbildung 11). Abschließend klicken Sie auf OK und stellen ein, ob alles automatisch passieren soll. Optional stoßen Sie die Synchronisierung über Jetzt synchronisieren von Hand an. Obwohl der Einrichtungsdialog ganz unten sogar eine Option bietet, um die Google-Gruppen zu übernehmen, klappte das im Test nicht.

Abbildung 11: Das Add-on Zindus gleicht Ihre Google-Kontakte mit dem persönlichen Thunderbird-Add-on ab. In diesem Dialog nehmen Sie die Feineinstellungen vor.
Wenn Sie das Aktualisierungsintervall anpassen möchten, finden Sie dafür im Einrichtungsdialog keine Option. Stattdessen gehen Sie über Bearbeiten / Einstellungen / Erweitert und dort zum Reiter Allgemein. Klicken Sie auf Konfiguration bearbeiten und bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage. Zwei Schlüssel beeinflussen die Aktualisierung:
extensions.zindus.system.as_timer_delay_on_start extensions.zindus.system.as_timer_delay_on_repeat
Ersterer definiert die Dauer in Sekunden, wie lange Zindus nach dem Start mit dem Abgleich wartet (Voreinstellung: 3600 Sekunden), der zweite die Anzahl der Sekunden nach dem ersten automatischen Synchronisieren (Voreinstellung: 43200 Sekunden).
Die alternative Erweiterung Google Contacts gleicht ebenfalls in beide Richtungen ab, erkennt in Thunderbird eingerichtete Gmail-Accounts automatisch und erstellt für jedes Konto ein eigenes Adressbuch. Grundsätzlich erkennt dieses Add-on die Gruppen vom Handy (Abbildung 8), allerdings stimmte im Test mit Version 0.6.40 von Google Contacts die Anzahl der Gruppenmitglieder nicht überein. Abbildung 12 zeigt in der Abteilung Arbeit insgesamt nur drei Einträge, richtig wären aber 18.

Abbildung 12: Das Add-on Google Contacts erkennt grundsätzlich die eingerichteten Gruppen, übernimmt aber nicht immer alle Mitglieder.
Kalender abgleichen
Seit ca. vier Jahren bietet Google das Synchronisationsprotokoll CalDAV an. Der Abgleich des Google-Kalenders mit Anwendungen auf anderen Plattformen, darunter nicht nur Android und Linux, sondern auch Windows, OS X und iOS, ist damit ein Kinderspiel. In KDEs Kontact wählen Sie zur Einrichtung in der linken Leiste Kalender aus und starten dann die Konfiguration über das Menü Einstellungen / Kalender einrichten. In der Abteilung Allgemein wechseln Sie zum letzten Reiter namens Kalender und klicken auf Hinzufügen.
Suchen Sie den ersten Eintrag aus dem Menü aus (DAV-Groupware-Ressource, Abbildung 13), tragen Sie aber im folgenden Dialog zu den Anmeldeinformationen nichts ein, sondern klicken Sie auf Abbrechen. Füllen Sie zunächst die Einträge zu Anzeigename, Aktualisierungsintervall, Benutzername und Passwort des Google-Accounts aus. Unten im Bereich Einrichtung des Servers klicken Sie auf Hinzufügen. Markieren Sie unbedingt die Checkbox CalDAV und tragen Sie ins Feld Entfernte Adresse die Adresse des Google-Kalenders ein (siehe Kasten Adressen der Google-Kalender). Markieren Sie nun die Checkbox Besondere Anmeldeinformationen verwenden, tragen Sie den Benutzernamen und das Passwort ein und klicken Sie im Bereich Entdeckte Sammlungen auf Abholen.

Abbildung 13: Kontact arbeitet ganz problemlos mit den Google-Kalendern zusammen. Bei der Einrichtung achten Sie darauf, dass Sie die “DAV-Groupware-Ressource” aussuchen.
Adressen der Google-Kalender
Eine CalDAV-URL hat grundsätzlich diese Form:
https://www.google.com/calendar/dav/Kalender-ID/events
Was genau als Kalender-ID anzugeben ist, finden Sie über die Google-Webseite heraus. Wechseln Sie dort zu den eigenen Kalendern. Klicken Sie rechts neben dem Kalender auf den kleinen Pfeil und wählen Sie aus dem Menü den Eintrag Kalender-Einstellungen aus. Hinter der Kalenderadresse steht neben den XML-, ICAL- und HTML-Buttons die Kalender-ID (Abbildung 14).
Viel unkomplizierter zeigt sich Evolution bei der Einrichtung der Google-Kalender. Wenn Sie diese nicht bereits bei der Ersteinrichtung einbezogen haben, fügen Sie sie nachträglich über die Abteilung Kalender links und dann Neu / Kalender hinzu. Das Drop-down-Menü Art bietet auch Google-Kalender an. Nachdem Sie unter Benutzer Ihre Gmail-Adresse eingegeben, auf Default User Calendar geklickt und das Passwort eingeben haben, suchen Sie im nächsten Dialog einen der eigenen Google-Kalender aus – das war’s schon (Abbildung 15).

Abbildung 15: Evolution nimmt Ihnen die meisten Schritte bei der Kalendereinrichtung ab. Hier müssen Sie keine Kalender-ID von Hand eintragen, sondern wählen aus einem Dialogfenster einen Eintrag aus.
Kalender in Thunderbird
Während Anwender früher noch das Add-on “Provider for Google Calendar” benötigten, um die Google-Kalender in Thunderbird zu verwenden, ist das mit Einführung von CalDAV hinfällig geworden. Stattdessen spielen Sie die Erweiterung Lightning [6] ein. Nach dem Neustart des Mailclients fügen Sie einen neuen Kalender per Rechtsklick in der linken Leiste und Auswahl von New Calendar hinzu. Wählen Sie On the Network (im Netz) aus und markieren Sie die Checkbox CalDAV (Abbildung 16). Ins Feld Location (Ort) tragen Sie die CalDAV-URL ein (siehe Kasten Adressen der Google-Kalender). Nach einem Klick auf Weiter tragen Sie einen lokalen Namen ein, wählen eine Farbe aus, klicken auf Fertigstellen und geben Ihr Passwort ein.

Abbildung 16: Thunderbird synchronisiert dank des Add-ons Lightning Ihren Google-Kalender. Bei der Einrichtung unterstützt Sie ein Assistent und fragt die wichtigsten Daten ab.
Im Test klappte der automatische Abgleich nicht auf Anhieb, wir mussten Thunderbird neu starten. Auch dann lief der Datenaustausch nicht immer zufriedenstellend – manche Termine und Geburtstage tauchten in Thunderbird einfach nicht auf, obwohl wir mehrmals auf Synchronisieren klickten. Unkomfortabel ist auch, dass Sie nachträglich in den Kalendereigenschaften die Adresse nicht verändern können. Haben Sie sich hier vertippt, ist keine Korrektur möglich; stattdessen müssen Sie den Kalender löschen und neu anlegen.
Synchronisieren mit Chrome
Google Chrome beziehungsweise dessen Ableger Chromium nutzen beide das Google-Konto, um Lesezeichen, Erweiterungen, Browser-Apps, Designs und Browsereinstellungen abzugleichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Chromium aus den Repositories installieren oder das Google-Chrome-Paket für Ihre Distribution und Architektur herunterladen und per dpkg oder rpm von Hand einspielen – die hier gezeigten Schritte funktionieren mit beiden Varianten. Unter Android installieren Sie die App Chrome (siehe QR-Code) und kontrollieren in den Systemeinstellungen des Geräts in der Abteilung Konten, dass die Synchronisierung automatisch passiert.
Auf dem Linux-Desktop melden Sie sich in Chrome mit den Zugangsdaten des Google-Kontos im Browser an. Dazu klicken Sie auf das Symbol ganz rechts neben der Adressleiste und wählen In Chrome anmelden. In den erweiterten Einstellungen legen Sie zudem fest, was Sie abgleichen. Dazu stellen Sie im Drop-down-Menü von Alles synchronisieren auf Auswahl synchronisieren um und schließen per Klick in die Checkbox gezielt Dinge aus (Abbildung 17).

Abbildung 17: In den Einstellungen können Sie gezielt Dinge vom automatischen Abgleich ausnehmen und so z. B. verhindern, dass Chrome die Passwörter synchronisiert.
Auf dem Smartphone bietet die App nach dem Start sofort an, sich mit dem Google-Account anzumelden. Dazu tippen Sie auf die blaue Schaltfläche (Abbildung 18). Über die Menütaste oben rechts erreichen Sie danach die Einstellungen, wo Sie wiederum Dinge vom automatischen Abgleich ausschließen können. Auf dem Handy sind das lediglich die Autofill-Funktion für Formulare und das Speichern von Kennwörtern; weitere Feineinstellungen sind hier nicht vorgesehen.

Abbildung 18: Die Chrome-App bietet auf dem Android-Handy direkt beim ersten Start an, sich mit dem Google-Server zu verbinden.

Abbildung 19: Aus der Chrome-App greifen Sie auf die Lesezeichen von PC-Chrome-Installationen zu, hier von zwei Rechnern mit Linux und Mac OS.
Im Test klappte der Abgleich problemlos in beide Richtungen. Bei den Lesezeichen sorgt der Browser selbst dafür, dass keine Konflikte entstehen, und bietet eigens die Kategorie Mobile Lesezeichen an. Besonders gut gefällt, dass Android- und Linux-Browser sich gegenseitig “besuchen” können. Auf dem Handy finden Sie oben im Menü den Eintrag Andere Geräte; auf der Desktopversion öffnen Sie einen neuen Tab und sehen dann in der unteren Fensterleiste die Schaltfläche Andere Geräte. So erreichen Sie von beiden Instanzen aus stets die geöffneten Tabs der Gegenseite (Abbildung 19).
Firefox auf Handy und Desktop
Im Google-Play-Store gibt es gleich zwei Firefox-Versionen von Mozilla im Angebot. Neben der stabilen Variante finden experimentierfreudige Nutzer hier auch Firefox Beta, um den Entwicklern beim Testen der kommenden Version zu helfen und brandneue Features auszuprobieren. Im Test haben wir die stabile Variante gewählt (siehe QR-Code).
Firefox-Sync [7] ist seit einiger Zeit fester Bestandteil des Mozilla-Browsers, und Sie müssen es nicht wie früher über ein Add-on nachrüsten. Das Feature gleicht die Lesezeichen, Passwörter und die Chronik der letzten 60 Tage ab. In der Voreinstellung nutzt Firefox-Sync die Mozilla-Server. Der Platz dort ist für jeden Benutzer auf 25 MByte beschränkt; das klingt nach wenig, reicht aber völlig aus.
Richten Sie zunächst die Synchronisierung auf dem Desktop ein: Dazu starten Sie den Einrichtungsassistent über Extras / Sync einrichten. Hier können Sie ein neues Konto einrichten oder ein vorhandenes mit dem Browser bekannt machen. Wählen Sie Ersteres und tragen Sie im nächsten Dialog eine Mailadresse und ein Passwort ein. Im Drop-down-Menü Server übernehmen Sie die Voreinstellung Mozilla Firefox-Sync-Server. Akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien; tragen Sie abschließend die Zeichen aus dem Captcha-Bild ein (Abbildung 20).

Abbildung 20: Dieser Dialog hilft bei der Einrichtung von Firefox-Sync. In der Voreinstellung nutzt das Feature die Mozilla-Server zum Datenabgleich.
Bevor Sie auf Weiter klicken, sollten Sie über die Schaltfläche Sync-Einstellungen anpassen, was genau der Browser synchronisiert. Wer die Kennwörter nicht abgleichen möchte, schaltet das über die Checkbox ab. Gleiches gilt für Add-ons – sie zu synchronisieren, ist nur sinnvoll, wenn eine weitere Desktopvariante des Browsers mitspielt, da die mobile App eigene Erweiterungen bietet.
Eine nachträgliche Veränderung der Konfiguration nehmen Sie über Bearbeiten / Einstellungen, Reiter Sync vor. Dort ändern Sie das Passwort, ändern den Namen des Computers, trennen das Gerät und fügen neue Geräte hinzu. Letzteres verlangt nach der Eingabe eines Codes, den Firefox für alle weiteren Geräte erstellt. Alternativ geschieht die Anmeldung per Klick auf Ich habe das Gerät nicht bei mir und Eingabe von Benutzername, Passwort und Wiederherstellungsschlüssel. Auf dem neuen Rechner erscheint danach der Hinweis, dass das Setup abgeschlossen ist und der Browser nun die Daten zusammenführen wird.
Auf dem Handy sehen Sie direkt nach dem ersten Start der App den prominenten Hinweis, dass Sie Firefox-Sync auch auf dem Smartphone einrichten können (Abbildung 21). Alternativ geht das später über das Hauptmenü der App / Einstellungen, Bereich Allgemein / Sync. Auf dem Handy erscheint nun der Code für das neue Gerät. Diesen tragen Sie in der Desktopvariante ein, wie im vorigen Abschnitt gezeigt. Klicken Sie abschließend auf Gerät verbinden.

Abbildung 21: Die Firefox-Version für Android weist direkt nach dem ersten Start auf die Sync-Funktion hin.
Im Test zeigte sich, dass alle Daten auf beiden Geräten vorhanden waren. Die Synchronisierung von Lesezeichen (ohne Favicons), Passwörtern und der Chronik gelang problemlos über alle Rechner- und Betriebssystemgrenzen hinweg. Auf dem Handy erreichen Sie geöffnete Tabs von Desktoprechnern, indem Sie auf das Pluszeichen neben der Adressleiste und das kleine Desktopsymbol tippen. Umgekehrt funktioniert das Feature noch nicht reibungslos: Während der Desktop-Firefox problemlos über Chronik / Tabs von anderen Computern die geöffneten Reiter einer Linux- und einer Mac-Instanz präsentierte, blieben die Android-Tabs hier außen vor.
Opera Link
Auch der Browser des norwegischen Unternehmens Opera Software ASA hat eine Synchronisierungsfunktion fest eingebaut. Opera Link [8] gleicht Lesezeichen, die Lesezeichenleiste, eingetippte Adressen, die Opera-Schnellwahl, Notizen und einige Browsereinstellungen ab. Die Funktion ist auf der Desktopvariante des Browsers und für Opera Mini beziehungsweise Opera Mobile verfügbar; im Test trat Opera Mobile (siehe QR-Code) an.
Auch bei diesem Browser ist ein Account beim Anbieter Voraussetzung. Sie können diesen auf der Opera-Link-Webseite erstellen oder aber den eingebauten Einrichtungsassistenten benutzen (Opera-Menü / Opera synchronisieren / Synchronisierung aktivieren). Besitzen Sie bereits ein Konto, schalten Sie mit Klick auf Ich habe bereits ein Konto um und identifizieren sich mit Benutzernamen und Kennwort. Wählen Sie wiederum per Checkbox aus, was Sie synchronisieren möchten: Lesezeichen, die Lesezeichenleiste, eingetippte Adressen, die Schnellwahl, Notizen, Suchmaschinen, Regeln der Inhaltsblockierung und Passwörter (Abbildung 22). Das nachträgliche Feintuning passiert wieder über das Opera-Menü / Opera synchronisieren. Dort finden Sie Einträge, um den Status abzufragen, zur Cloud auf der Anbieter-Webseite zu wechseln und die aktuelle Konfiguration zu öffnen.

Abbildung 22: Bei der Einrichtung entscheiden Sie, welche Einstellungen Opera synchronisiert und in der Opera-Link-Cloud speichert.
Auf dem Smartphone finden Sie die Einstellungen in der App, indem Sie unten rechts auf das Opera-Symbol klicken. Der dritte Eintrag von oben aktiviert Opera Link. In die folgende Anmeldemaske tragen Sie Benutzername, Passwort und Mailadresse ein, und das Gerät meldet nach kurzer Zeit, dass es erfolgreich synchronisiert hat (Abbildung 23).
Während die Lesezeichen und Notizen im Test einwandfrei zwischen den Geräten hin- und herwanderten, klappte das bei eingetippten Adressen nur manchmal. Gut gelöst ist der Abgleich der Schnellwahl: Auf dem Handy war diese anders konfiguriert als auf dem Desktop, und Opera legte die Symbole der Schnellwahl einfach zusammen (Abbildung 24). Add-ons auszutauschen, funktioniert auch hier nicht zwischen Desktop- und Handybrowser, und Opera Link streikt zudem beim Verlauf und den geöffneten Tabs. Dafür punktet Opera bei den Lesezeichen: Nur bei diesem Anbieter ist es über die Webseite möglich, Duplikate in den Lesezeichen aufzuspüren und zu entfernen (Abbildung 25).

Abbildung 24: Die Opera-Startseite auf dem Handy zeigt in der Schnellwahl nach dem Abgleich auch die Links der Desktopvariante.

Abbildung 25: Opera Link bietet über die Webseite in der Abteilung “Lesezeichen” an, Duplikate nach dem Abgleich zu finden und zu entfernen.
Mobil und stets aktuell
E-Mails, Browser-Lesezeichen, Kontakte und Kalendereinträge auf dem Desktop-PC und dem Android-Handy halten Sie mit den hier vorgestellten Apps und Programmen synchron. Was nun noch fehlt, ist der Zugriff auf Dokumente, z. B. PDF-Dateien oder LibreOffice-Dokumente. Mit dem PDF-Format können Android-Geräte ab Werk problemlos umgehen, für LibreOffice-Dateien empfiehlt sich z. B. der OpenDocument Reader [9], der bislang aber nur Writer- und Calc-Dokumente anzeigen kann. Um Dateien auf dem Handy verfügbar zu machen, können Sie diese zu Google Drive hochladen oder einen Dropbox-Account verwenden [10].
In der kommenden EasyLinux-Ausgabe beleuchten wir das Thema nochmals – dann für die Apple-Geräte mit dem “i”.
Glossar
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IMAP
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Das Internet Message Access Protocol ist eine Alternative zum Post Office Protocol (POP). Sie können damit Ihre Mails, Ordnerstrukturen und Einstellungen auf den Servern des Providers speichern. Ihr Mailclient lädt zunächst nur die Überschriften und erst bei Bedarf die vollständigen Inhalte herunter.
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CalDAV
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Dieses Protokoll ermöglicht den Zugriff auf Kalenderdateien über WebDAV, also HTTP. Dank eines offenen Standards ist eine plattformunabhängige Nutzung möglich. Da CalDAV jedes Ereignis im iCalendar-Format darstellt, kann jeder Webbrowser ein heruntergeladenes Ereignis darstellen.
Infos
[1] Gmail: http://mail.google.com/
[2] Gmail bei Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.gm
[3] Mailclient K-9: https://code.google.com/p/k9mail/
[4] Zindus: http://www.zindus.com/download-extension/
[5] Google Contacts: https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/google-contacts/
[6] Lightning: https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/lightning/
[7] Firefox-Sync: https://wiki.mozilla.org/Services/Sync/FxSync
[8] Opera Link/My Opera: https://link.opera.com
[9] OpenDocument Reader: http://blog.tomtasche.at/p/openoffice-document-reader_9.html
[10] Artikel zu Dropbox: Hans-Georg Eßer, “Daten überall”, EasyLinux 03/2012, S. 72 ff.










